Life Magazin, Der Advent sollte eigentlich die stillste Zeit im Jahr sein. Doch wer ist auf diese Idee gekommen?

Die stillste Zeit im Jahr

Der Advent sollte eigentlich die stillste Zeit im Jahr sein. Doch wer ist auf diese Idee gekommen?

Life Magazin, Der Advent sollte eigentlich die stillste Zeit im Jahr sein. Doch wer ist auf diese Idee gekommen?

Ich mag Weihnachten und zieh mir Jahr für Jahr Weihnachtsfilme rein, entzünde täglich ein Kerzlein. In den Filmen geht es ständig um dasselbe Thema, die Kleinen wünschen sich Geschenke und das bitte nicht zu knapp. Oft verlieben sich Menschen unterm Tannenbaum, wie rührend. Alles scheint so friedlich, der Weihnachtsmann düst mit seinem Schlitten durch die Nacht und erfüllt jedem gierigen Kind seine Wünsche.

Es ist lange her, als ich ans Christkind geglaubt habe. Als ich aber draufgekommen bin, dass meine Mutter jedes Jahr die Nacht vor dem 24. Dezember gerackert, geputzt und gemacht hat, war ich sehr enttäuscht und glaubte nur noch an den heiligen Nikolaus. Den musste es doch geben, immerhin kam er mit einem güldenen Buch und erzähle mir jedes Jahr, wie schlimm ich doch war. Meine Mutter saß immer daneben. Als er das Buch schließ, sagte er mit tiefer Stimme: “Krampus tue deine Pflicht und spare mit der Rute nicht.”. Der Teufel war nicht zimperlich und knallte mir ein paar Hiebe auf den Arsch. Zuckerbrot und Peitsche. Jedes Jahr wurde ich geschlagen und gelob jedes Jahr Besserung. Knecht Ruprecht und seine Kumpanen gingen so schnell wie sie kamen, hinterließen aber Schokolade, Nüsse, Mandarinen und ein Buch. Ich konnte also weiterhin schlimm sein, mich an die Schläge gewöhnen und mein neues Buch schokoladekauend lesen.

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Warum sollte Jesus an seinem Geburtstag Milliarden Fratzen beschenken oder ein Santa Claus mit seinen Rentieren Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner, Blitzen und natürlich Rudolph? Das wäre Kinderarbeit und Tierquälerei.

 

Schenken ist eine uralte Tradition und fest in der Geschichte der Menschheit verwurzelt. “Zunächst einmal symbolisieren Weihnachtsgeschenke in der christlichen Tradition einen Dank für das Gottesgeschenk, also die Geburt Christi.”. Dem Protestanten Martin Luther haben wir es auch zu verdanken, dass aus der symbolischen Schenkerei eine Tradition wurde. Die Christen legten 300 Jahre später nach und fertig war das Weihnachtsfest.

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Woher kommt der Weihnachtsmann?

Nicht aus Island, nicht aus Grönland, nicht draußen vom Walde her – der Weihnachtsmann kommt aus der Türkei. Denn das historische Vorbild für die Gestalt war der heilige Nikolaus, der Bischof von Myra an der Mittelmeerküste, der am 6. Dezember 343 starb.

 

Unser heutiger Weihnachtsmann mit Rauschebart und dickem Bauch kommt eigentlich aus den USA. Die Vorstellung der Amerikaner von ihm prägte der Cartoonist Thomas Nast. In der amerikanischen Illustrierten „Harper’s Weekly“ erschienen von 1863 an seine Zeichnungen. Nast gilt vielen als Erfinder der politischen Karikatur.

 

 

Coca Cola, wie viele Glauben, hat kaum etwas mit Santa Claus zu tun, die Getränkefirma hat ihm lediglich das aktuelle Outfit und einen gehörigen Popularitätsschub verpasst.

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© Coca Cola

Ok, Geschenke sollen ein Zeichen der Liebe sein. Doch mit diesen kann man sich keine Liebe kaufen. Liebe funktioniert ohne Bakschisch und Krimskrams. Manchmal bin ich mit vielen Geschenken bedacht worden und hatte keine Freude daran, musste aber Begeisterung zeigen. Eine Mutter einer Freundin hat sich vor vielen Jahren besonderes ausgedacht. Ich musste mich freuen über ein Konterfei von mir und meiner damaligen Freundin als Autositzbezüge freuen. Das peinliche Geschenk ging ziemlich in die Hose und die Schenkerin begann zu heulen.

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So viel Mühe hatte sie sich gemacht, erklärte sie unter Tränen. Solche Situationen musste ich öfter erleben und so tun, als hätte ich Heidenspaß. Beim Lügen war ich aber immer eher schlecht. Auch ich habe viel Klumpert verschenkt und oft Freude erwartet. Eben da liegt das Problem mit dieser Tradition. Zu Weihnachten machen wir uns gegenseitig unglücklich und verlieren das eigentliche Fest aus den Augen. Viele nehmen dieses als Anlass, die aufgestaute Wut heraus zu lassen. Man erwartet sich zu viel und steckt sinnlose Energie an die “heilige” Nacht, die nur in einer Enttäuschung enden kann. Halleluja

Vielleicht hilft das Evangelium nach Lukas (2,1-20)

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.

Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr.

 

Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.

Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.”

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