Life Magazin, Manfred Cobyn und Ina Foscari

In the name of Love

Sexuelle Rechte sind universale Menschenrechte. Sie leiten sich von den Menschenrechten ab. Ich will den geneigten Leser nicht mit Daten und Fakten der einzelnen Stationen langweilen, gar eine Aufzählung von unterzeichnenden Staaten und derer die Gegenerklärungen abgeben. Ich habe eine Meinung. Und auch meine Meinung ist nach den Menschenrechten, frei, solange ich niemanden diskriminiere, was ich nicht tun werde

Life Magazin, Manfred Cobyn und Ina Foscari
© Manfred Cobyn - Nette Begegnung

WER MIT WEM INS BETTCHEN HUSCHT KANN UNS EGAL SEIN

Mir persönlich ist es egal, nein, weit mehr, ich stehe für jeden Menschen ein, der die Liebe gefunden hat, egal ob Mann einen Mann, Frau eine Frau, Mann eine Frau, Frau einen Mann, ein Geschlecht, das eine Person liebt, der sich als eine andere fühlt als in seinen Ausweispapieren steht. Ich verstehe nur den plötzlichen Wind nicht.

Meine Erziehungsberechtigten sind so um den Daumen gepeilt um 1930 geboren – sie waren schon alt, als ich geboren wurde. Meine Eltern waren jedoch schon in den 1980er Jahren vernünftig genug niemanden zu verurteilen, wenn Liebe gefunden und gelebt wurde, haben meinen schwulen Cousin gegen seine ablehnenden Eltern verteidigt und ihn im Gegensatz zu diesen nie verstoßen. Liebe zwischen Menschen, die das Beide wollten. Das war ihre Voraussetzung. Und sollte auch mein Verständnis von Liebe und Sexualität ausmachen und prägen.

Life Magazin, Manfred Cobyn und Ina Foscari
© Manfred Cobyn

TOLERANZ?

Die westliche Welt, natürlich mit einigen Rausreißern fühlt sich der Toleranz und der Freiheit verpflichtet. Das ist gut so. Man hat mit „Pride“ einen Monat geschaffen, der dieser Toleranz Nachdruck verleihen soll. Man hat Gesetze geschaffen, die verschiedenen Lebensentwürfen die (annähernd) gleichen Rechte zugesteht wie der in der Bibel propagierte Ehe zwischen Mann und Frau. Man nimmt keiner Frau mehr das Kind weg, wenn sie plötzlich eine zweite Mama lieber hat als den Erzeuger des Kindes, diskriminiert vor dem Gesetz keinen Mann mehr, weil er einen anderen heiraten möchte.

Sogar im „ganze Männersport“, Fußball macht man sich für verschiedene Lebensentwürfe und Paarbildungen stark. Auch mit seltsamen Aktionen. Man möchte gerne ein Stadion in Deutschland in Regenbogenfarben erleuchten, lässt aber gleichzeitig die nächsten großen Spiele in einem Land stattfinden, wo man die Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Liebe bzw. jede Form der konventionellen Lebensform abweichenden, zu erwarten hat. Darüber kann man, ja muss man sogar diskutieren.

Das alles finde ich super und unterstützenswert. Die Community hat viel erreicht, für sich, für die Welt und für das Miteinander von Menschen. Es gibt jedoch Anliegen, bei denen es sich für mich aufhört. Zitate werde ich hier nicht wortwörtlich wiedergeben, auch werde ich hier nicht verlinken, die kranken Gedanken sollen nicht noch mehr Aufmerksamkeit bekommen, als sie es schon tun.

Life Magazin, Manfred Cobyn und Ina Foscari
In the name of Love

FRAUENRECHTE

Ich möchte, bevor ich mich hier auslasse, feststellen, dass ich generell der Meinung bin, dass jeder Mensch, solange er keinen anderen beeinträchtigt, so leben sollen darf, wie er möchte. Das betrifft deutlich auch Menschen, die im, für sich falschen Körper leben müssen. Diese müssen sich angleichen dürfen, auf Kosten der Gesellschaft, mit guter Therapeutischer Begleitung bei diesem Prozess.

Hier gibt’s jedoch Leute, deren Meinung ich nicht teile, ja sogar verachte, die Ansichten in die Welt posaunen, die eigentlich jeder feministischen Frau, die Zornesröte ins Gesicht treiben müsste, weil sie Frauenrechte untergraben möchten. Sie provozieren so eine Spaltung, die Egozentrischer nicht sein mag.

Es treibt Blüten von Sprache bis zu tatsächlicher Ungleichheit, zu Lasten von – ich weiß leider den momentan politisch korrekten Ausdruck nicht – „natürlichen Frauen“.

Life Magazin, Manfred Cobyn und Ina
© Manfred Cobyn
Life Magazin, Manfred Cobyn und Ina Foscari
© Manfred Cobyn - Udo Kier

Von asexuell bis pansexuell

Da wird gefordert, auf reines Wort hin, ohne Nachweise, eine Transfrau bei sportlichen Frauenwettkämpfen mitmachen zu lassen, Transfrauen in Frauengefängnisse einsitzen zu lassen usw. Das geht so weit, dass diese Gruppierung sogar das Wort Frau in seiner bestehenden Form abschaffen möchte, weil Mitglieder dieses Irrsinns behaupten können, sie wären mehr Frau. Da gibt es welche, die fordern natürliche Frauen von Gruppen von Transfrauen vergewaltigen zu lassen, endlich einen Uterus transplantiert bekommen zu wollen um die erste Transfrau zu sein, die abtreibt. Die Beispiele sind endlos. Diese Gruppierungen sind auf Social Media besonders aktiv und finden auch Zuspruch. Erfahren sie Ablehnung, wird dies mit einem Wort mit „-phob“ am Ende abgetan, natürlich nicht, ohne vorher wild um sich zu schimpfen. Diese Minorität möchte gerne der Gesellschaft ihre für sich geschneiderte Sprache aufs Auge drücken, ihre Wünsche diktieren und kommt damit phasenweise durch. Man muss sich dazu nur die Sportberichterstattung durchlesen, in die USA blicken, wo mittlerweile das Wort „Trans“ viele Türen für Sportstipendien öffnet, die dann für „natürliche“ Frauen fehlen.

Life Magazin, Manfred Cobyn und Ina Foscari
© Manfred Cobyn

Stolz sollten wir sein. Wir sollten auf unsere Toleranz stolz sein, eifrig an Legalisierung von Lebensformen, die nicht der Gesellschaftsnorm entsprechen, arbeiten, ein Miteinander pflegen. Was wir nicht dürfen, ist im Toleranzwahn kranken Geistern erlauben eine Gesellschaft nachhaltig auf Kosten einer anderen Gruppe in Geiselhaft zu nehmen.

Ina Foscari/LIFE Magazin

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Chefredakteurin

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