Life Magazin, Lia Kaufmann, Cats, Vereinigte Bühnen Wien, Ronacher, Geh ins Land der Erinnerungen auf der mondhellen Bahn

Geh ins Land der Erinnerungen: Cats

Geh ins Land der Erinnerungen auf der mondhellen Bahn: Cats - noch bis 26. Juni 2022

Ich war eine von vielen, die CATS schon als Kind in den Bann gezogen hat, ich bin also an diesem Abend im Ronacher auch den Weg gegangen. „Träume die Erinnerung im Mondlicht, lächelnd denk ich an damals, als ich jung war und schön“. Der werte Leser hat noch bis Juni 2022 die Möglichkeit sich dem Zauber der Katzen im Kampf, um das ewige Leben hinzugeben.

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© VBW/Deen van Meer

Es hätte wohl niemand bei der Uraufführung 1981 in London gedacht, dass ein Stück über Katzen die Menschheit derart faszinieren würde, dass 40 Jahre später mehr als 73.000.000 (in Worten: dreiundsiebzig Millionen) Menschen dieses Musical gesehen haben werden. Und ein Komponist namens Andrew Lloyd Webber, der verrückt genug war, den Text von T.S. Eliot „Old Possum´s Book Of Practical Cats“ zu vertonen, ein gemachter Mann sein wird, dessen Namen nicht mehr aus der Musicallandschaft wegzudenken ist.

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© VBW/Deen van Meer

Es gibt mehrere Theorien, wieso dieses Musical so erfolgreich ist. Die Menschen lieben Tiere, vielen haben es Katzen angetan, ist wohl die profanste. Ich neige eher dazu, es aus dem Winkel zu sehen, dass es um die ureigensten Themen der Menschen geht, das Leben und den Tod. Wer möchte daran glauben, dass es mit dem Tod vorbei ist, das eigene Leben ein wertloser Furz in der Unendlichkeit ist.

CATS setzt sich genau damit auseinander. Die Geschichte ist so simpel, dass sie nur gut sein kann.

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Jedes Jahr trifft sich ein Haufen Katzentiere, um ein Fest zu feiern, den „Jellicle Ball“. Während dieser Katzenparty buhlen die einzelnen Tiere darum, von einer Figur namens „Old Deuteronomy“ ausgewählt zu werden um ein neues Leben geschenkt zu bekommen. Wie in jedem guten Drehbuch gibt es den Kampf Gut gegen Böse, ein wenig Action und zu guter Letzt ein Happy End.

Selbstredend, dass dieses Stück so viel Erfolg hat(te), denn die Katzen werden natürlich vermenschlicht. Sie bekommen Charaktere zugewiesen, wie sie in der Menschheit zu finden sind. Das großartige an diesem Musical ist, es ist ein Ensemblestück, fast jeder Figur wird gleich viel Raum gegeben, es steht niemand im absoluten Fokus. Natürlich hat der Zuseher aber bald seine Lieblinge herausgefunden.

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© VBW/Deen van Meer

Da wäre der alte weise Mann, „Old Deuteronomy“, der versucht alles unter Kontrolle zu haben und gerecht zu handeln. Er gewinnt mit Hilfe der anderen Katzen und ein wenig Zauberei den Kampf gegen den Einzigen bösen Charakter des Stücks: „Macavity“. Den finde ich spannend, sorgt er doch für ein wenig Leben in der Traurigkeit.

 

Die in unseren Breiten wohl bekannteste Figur in der Geschichte ist „Grizabella“, ein ehemaliges IT-Girl, das ausrangiert wurde und die von vergangenen Zeiten zerrt. Es ist ein wenig wie „Dschungelcamp“ – ehemals berühmt, heute gehasst, aber man versucht sein Bestes um wieder Gunst zu erhaschen. Angelika Milster hat jahrzehntelang immer und überall „Mondlicht“ geträllert und dieser Figur ewiges Leben eingehaucht. Die heutige Interpretin der „Grizabella“, Barbara Obermeier steht im Können der „Urkatze“ um nichts nach.

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© VBW/Deen van Meer

Es gibt viele weitere Charakterstudien, überall auf der Welt würde man die einzelnen Personen herausfiltern können: den Klassensprecher: „Munkustrap“, den Pausenclown, der ewig das Rampenlicht sucht „Rum Tum Tugger“, den Obergescheiten…

 

Die Inszenierung im Ronacher ist fantastisch. Eine großartige Bühnenshow wird geboten, die Geschichte wird durch die grandiose Musik und die Darbietung der Darsteller erzählt, besonders möchte ich hier Alex Snova als „Rum Tum Tugger“ herausheben, er hat dem Kätzinnenschwarm Leben eingehaucht und sowohl gesanglich als auch schauspielerisch begeistert.

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© VBW/Deen van Meer

Jedoch was wären die Katzen ohne Masken, das Spielfeld ohne detailverliebte Kulisse. All das ist in der Inszenierung zu finden. Es war wunderbar.

 

Ich hatte nach den letzten Worten von „Old Deuteronomy“, die er an das Publikum richtet, nicht genug. Ich habe mich ins Land der Erinnerung begeben und meine alten Vinyl Platten herausgesucht, den Plattenspieler entstaubt und mich weiter vom Katzengesang verzaubern lassen.

Life Magazin

Angelika Milster - Erinnerung (Memory) 1986 - recommended by Lia Kaufmann

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