Arschlöcher im Weltraum

Nein, es geht hier ausnahmsweise NICHT um Jeff Bezos, der demnächst um Steuerersparnisse von Amazon ins All geschossen wird. Stattdessen beleuchten wir die Hirngespinste eines anderen Weltraumaffen.. Elon Musk. Dessen Satelliten-Internet-Netzwerk von SpaceX, bzw. Starlink soll innerhalb der nächsten 12 Monate rund 500.000 Nutzer haben, prophezeite der Guru höchstpersönlich am Dienstag auf der Konferenz Mobile World Congress (MWC). Das aktuelle Ziel von SpaceX sei es, so Musk, bis August den größten Teil der Erde mit Breitband-Internet zu versorgen.

Spaceballs and Star Trek
Früher Sciene Fiction, heute sind "Arschlöcher im Weltall" leider Realität.

Superschurke Elon hält die Welt in Atem! Wo bleibt Batman?

Arschlöcher im Weltraum

Welch nobler Gedanke, danke lieber Elon! Was ich an diesem ach so menschenfreundlichen Unterfangen nicht verstehen kann: Wer bitte sollen die Nutznießer von Satelliteninternet sein? Seit Jahren lebe ich in den Himalajas, selbst in den abgelegensten Gegenden Nepals gibt es dort in diversen nepalesischen Dörfern halbwegs brauchbares Internet. Selbst in den ärmsten Gegenden Indiens wie Uttar Pradesh und Bihar ist Videostreaming, Pornhub und Telefonie kein Thema. Auf einer 17 Stunden Zugfahrt in der Nähe der pakistanischen Grenze von Jaisalmer (Rajasthan) nach Delhi ist auf über 70 % der Strecke Internet verfügbar!

Elon Musk Starlink
Starlink: Neue Hoffnung für Internet Cafes in Ruanda?

Bekifft Katzenvideos auf einsamen Inseln in Kambodscha schauen? Easy peasy! Als digitaler Nomade, weiß ich, wovon ich spreche. Selbst auf den abgelegenen Andaman Islands ist Internet durchaus möglich, zumindest für Calls und diverse Messenger.

Lieber Elon, wo sind die abgelegenen Regionen, die du (kostenlos???) mit Internet versorgen möchtest?

Starlink, das moderne Skynet von heute?

Das aktuelle Starlink-Netzwerk, welches sich mitten in einer offenen Beta-Phase befindet, hat seit 2018 mehr als 1.700 Satelliten in den erdnahen Orbit gebracht und kürzlich einen „strategisch bedeutsamen“ Benchmark von 69.420 aktiven Nutzern überschritten, sagte Musk auf dem MWC. Er sagte, Starlink laufe bereits in 12 Ländern und expandiere. „Ich denke, wir sind auf dem Weg, einige hunderttausend Nutzer zu haben, möglicherweise über 500.000 Nutzer innerhalb von 12 Monaten“, fügte er hinzu. Also am Mount Everest gibt es einen 5G Sendemast, welchen die Chinesen installiert haben, aber Sherpas in Lukla zählen wohl kaum zur Starlink Kundschaft. Dafür sind die Anschaffungskosten einfach zu hoch.

Innerhalb des nächsten Jahres erwartet Starlink eine halbe Million Nutzer  und eine weltweite Internetabdeckung – abzüglich der arktischen Regionen – zu erreichen, das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel für Starlink. Der Internetdienst wird direkt an Konsumenten in den ländlichsten Gebieten der Welt und an Regierungen verkauft, die nach besseren Internetverbindungen für das Militär suchen (neben anderen Kunden). Viele Einzelanwender zahlen im Rahmen der Beta-Phase 99 US-Dollar pro Monat für Internet, wobei ein 499 US-Dollar teures Paket aus einer selbstausrichtenden Starlink-Schüssel und einem Wi-Fi-Router verwendet wird. SpaceX verspricht 100Mbps Download- und 20Mbps Upload-Geschwindigkeit.

Nachthimmel Starlink
Bild von WikiImages auf Pixabay - Elon Musks Spielzeug zerstört Nachthimmel in Tübingen

Auf dem Weg zu einem kommerziellen Service und einer globalen Internetabdeckung gibt es viele Herausforderungen. Während die Kosten für jedes Starlink-Terminal für Konsumenten 499 US-Dollar betragen, gab Musk auf der Konferenz zu, dass jedes Terminal bei SpaceX das Doppelte kostet, also über 1.000 US-Dollar. Das Unternehmen hat die Kosten für das Terminal von 3.000 Dollar bereits halbiert und strebt an, sie innerhalb der nächsten ein oder zwei Jahre in den Bereich von wenigen Hundert Dollar zu senken“, sagte SpaceX-Präsident Gwynne Shotwell im April. Musk behauptete, ein Hauptziel für SpaceX sei es, den Bankrott zu vermeiden, da das Unternehmen durch einen tiefen Abgrund von negativem Cashflow gehe. Der Hauptkonkurrent von Starlink, OneWeb, meldete letztes Jahr Konkurs an – und hat sich inzwischen davon erholt.

Musk hofft mit der Verpestung und Irritation unseres Nachthimmels durch den Großteil dieser Einnahmen das Starship-System von SpaceX zu finanzieren, dem Herzstück von Musks Ambitionen, Menschen zum Mond und zum Mars zu befördern. Musk, der dafür bekannt ist, sehr ehrgeizige Zeitpläne für die Entwicklung zu nennen, sagte auf der Konferenz, dass der erste Teststart des Starship-Systems im Orbit irgendwann in den nächsten Monaten“ stattfinden könnte.

Elon Musk träumt von bis zu 42.000 Starlink Satelliten

Der egoistische Milliardenarsch hat sich hohe Ziele gesetzt. Kann er einen Bankrott für Starlink vermeiden, sind bis zu 42.000 (!!!) Satelliten mit seinem Logo drauf geplant. Unabhängig von dem geplanten Tesla-Müll und sogar einem Tesla Roadster verpesten aktuell 6.542 Stück Satellitenschrott, von denen nur 3.372 aktiv sind unseren Erdorbit. Tja, hier oben spielt Weltallverschmutzung keine große Rolle, oder? Tja, eine kleine Kettenreaktion reicht aus, um den Orbit in eine Gefängnismauer um unseren ganzen Planeten zu verwandeln.

Die netten Leute von Kurzgesagt haben das in diesem Video wunderbar verdeutlicht:

Unabhängig davon stellt sich die Frage, wie es soweit kommen konnte, dass ein einzelner Idiot mit zu viel Geld das Recht hat, unseren Nachthimmel permanent zu erleuchten und zu zerstören! Wo bleiben die 5G-Gegner mit ihren Aluhüten, wenn man diese braucht? Wo bleibt die NATO, die Teslafabriken bombardiert? Die Frage nach dem Menschenverstand erspare ich mir und der Leserschaft, dieser hat sich die letzten 18 Monate von selbst verabschiedet.


Stattdessen geh ich lieber mal die Petition unterschreiben, damit Steve Bezos nach seinem Weltraumflug nicht mehr auf die Erde zurückkehren darf.. Auch wenn die Chancen gering (wer leiht mir eine Flugabwehrrakete?) sein mögen, die Hoffnung stirbt bekanntlich erst nach der Menscheit.

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